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Wirtschaft * Textilindustrie


Die Geschichte der Textilindustrie der Oberlausitz

In der Zeit, als erste deutsche Siedler aus Franken und Thüringen in das Gebiet der Oberlausitz kamen, um sich neben den sorbischen Bewohnern ihr Ackerland zu bestellen und sich mit der Schafzucht zu beschäftigen, entstanden auch die ersten Dorfanlagen. Die über den Eigenbedarf produzierte Wolle wurde auf dem städtischen Markt angeboten. Daraus entstanden in den Städten die ersten Tuchwebereien, die ohne die Wollwäscher, Wollschläger und der Wollspinner gar nicht existieren konnten.

Um 1220 begann dann die Zuwanderung von Tuchmachern aus Thüringen. Diese ließen sich in Görlitz nieder. In den Städten des späteren Sechsstädtebundes entwickelten sich sehr einflussreiche Tuchmacherzünfte. In Bautzen wurde bereits im Jahr 1284 das erste Tuchkaufhaus eröffnet. Als der Landesherr Hermann von Brandenburg den Tuchmachern das schnittrecht entzog, um es den Kaufleuten zu geben, begannen mehrere Aufstände um diese Entscheidung rückgängig zu machen. 1312 beschloss der Rat der Stadt Zittau den Tuchmachern die gleichen Mitspracherechte wie den Bäckern und Fleischern zu geben. Die erneute Zuwanderung flandrischer Tuchmacher bewirkte, dass die Tuchmacherei und die damit beschäftigten immer mehr an Bedeutung gewannen.

Im Jahr 1339 spricht König Johann von Böhmen für Görlitz das Waidstapelrecht aus. Dieses verschaffte Görlitz die Möglichkeit sich zur reichsten Stadt der Oberlausitz zu entwickeln. Im Jahr 1346 schließen sich nun die Städte Löbau, Kamenz, Lauban, Görlitz, Zittau und Bautzen zum Sechsstädtebund zusammen. Im Jahr 1389 wanderten über 600 Tuchmacher nach Hirschberg am See und die von Kaiser Karl verliehenen Privilegien einzufordern. Die Kaufleute hatten sie ihnen im Stadtrat streitig gemacht. 1405 entmachtete der Bautzener Zunftmeister der Tuchmacher aus oben genanntem Grund den Stadtrat, worauf hin ein neuer gewählt werden muss indem nun die Handwerker wieder vertreten sind. Der Bautzener Zunftmeister wird 1408 von König Wenzel IV. zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Da Löbau im Jahre 1434 bereits über einen großen Garnmarkt verfügt und die Leineweberei sehr erfolgreich ist, beginnt man auch mit den großen Umschlagsplätzen Nürnberg und Leipzig zu handeln.

In Görlitz wird um 1464 ein Zunftfärbehaus eröffnet wo man mit dem Garn- und Gewebebleichen beginnt. Im Jahr 1472 stiftete der Gewürz-und Getreidehändler der Stadt Zittau das große Fastentuch, welches man heute immer noch in der Kirche zum Heiligen Kreuz betrachten kann. Um 1500 hat sich Bautzen so weit entwickelt, dass die Stadt den größten regionalen Wollmarkt zu bieten hat. 1527 kam es in Görlitz zum großen Tuchmacheraufstand bei dem 9 Tuchmacher hingerichtet, 14 lange eingesperrt und 25 der Heimat verwiesen wurden. Ein Jahr später gründete man in Görlitz die erste Tuchmachermanufraktur.

Die Brüder Friedrich und Christoph Lange von Brabant kehren im Jahr 1666 nach Großschönau zurück und bringen neu erworbenes Wissen über die Damastherstellung mit. Damit schafft es Großschönau sich zum einflussreichsten Ort Deutschlands auf dem Gebiet der Damastweberei zu entwickeln. Vor allem die Tafelwäsche aus Damast erreicht innerhalb weniger Jahre Weltbekanntheit. Die vom 17. - 19. Jahrhundert hergestellten Damaste entwickelten sich Höhepunkten der europäischen Handwerkskunst. Damastweber wurden sogar von der Wehrpflicht entbunden und die Damastweberei zum Staatsgeheimnis erklärt.

Langsam begann man damit die Textilweberei auf die Dörfer zu verlagern, so kommt es das um 1720 allein die Stadt Görlitz über 67 dieser "Ratsweberdörfer" besitzt. Hier arbeiteten über 500 Tuchmacher, 400 Gesellen und 176 Leinwebmeister. Einige Jahre später zählte man die Webstühle des Einzugsgebietes der Stadt Zittau und kam auf die erstaunliche Zahl von 6250 Webstühlen.

Zittau ist der wichtigste Exporteur von Leinen. Im Jahr 1750 erreichte der Jahresumsatz des Oberlausitzer Gebiets ca. 2 Millionen Taler. Der Blaudruck wird erfunden. Um 1777 wird im böhmischen Varnsdorf die Cordsamtweberei entwickelt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist Sachsen führend in der deutschen Textilindustrie. Durch neue Erkenntnisse und technischen Fortschritt im Maschinenbau und in anderen Bereichen entstehen in der Oberlausitz die ersten Fabriken. Das führt dazu, dass die bis dahin übliche Hausweberei durch die industrielle Produktion abgelöst wird. Aus den Weberdörfern werden Industriedörfer, dass zeigt sich vor allem an der rapiden Bevölkerungszunahme und der Entwicklung städtischer Züge. In Großschönau sind um 1834 über 1000 Damastwebstühle im Einsatz und über 75 % der Bevölkerung lebten von diesem Gewerbe.

Im Jahr 1844, zu Beginn des Industriezeitalters kam es zum Weberaufstand von Schlesien, dieser gilt als erster deutscher Aufstand des Proletariats. Die meisten Weber arbeiteten damals noch an ihren Handwebstühlen. Die Fabrikanten stellten die Wolle und das Garn zur Verfügung und übernahmen gegen einen Hungerlohn die Ware. Schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne führten zu einer Verelendung und Hungersnöten. In verschiedenen deutschen Gebieten wurde gegen die immer reicher werdenden Fabrikanten protestiert, wobei teilweise auch deren Häuser und Maschinen zerstört wurden. Die Weiterverbreitung des von Heinrich Heine veröffentlichten Gedichtes "Die schlesischen Weber" wurde unter Strafandrohung der Behörden verboten. Aber es war bereits zu weit verbreitet. Um 1850 errichtete man in Berthelsdorf eine Spinnschule um die Kinderbettelei zu unterbinden. Auch in Schönbach und Königshain gab es derartige Einrichtungen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts geht die Heimindustrie stark zurück. Durch technische und industrielle Revolutionen bilden sich Ballungszentren mit großer Wirtschaftsmacht. Im 1. Weltkrieg musste die Produktion der "Kriegswirtschaft" angepasst werden. Dies äußerte sich vor allem im Abzug männlicher Arbeitskräfte an die Front. In Zeiten der Wirtschaftskrise sind Rezession und Massenarbeitslosigkeit an der Tagesordnung. Während des zweiten Weltkriegs wird die Produktion auf "Heeresbedarf" umgestellt. Wieder wurden männliche Kräfte an die Front beordert und vor allem Seifhennersdorf wurde zum Zentrum der Fallschirmkonfektion.

Nach 1945 begann die Phase des Wiederaufbaus. Die Textilindustrie in der südlichen Oberlausitz erhielt einen neuen Aufschwung. Betriebe wurden verstaatlicht und in der gesamten Lausitz baumwollverarbeitende Betriebe errichtet. Auch der Textilmaschinen- und Fahrzeugbau, sowie der Braunkohleabbau zur Energiegewinnung prägen das Bild der Lausitz.

Von 1990 bis 1992 sank die Zahl der Beschäftigten in der Textilindustrie von ca. 215.000 auf 25.000. Durch diesen Rückgang verlor die Oberlausitz ihre über Jahrhunderte bedeutsame Position in der Textilindustrie.

Bis heute gibt es in der Region der Lausitz ca. 80 Unternehmen, die der Textilindustrie angehören. So sind heute noch etwa 2000 Menschen allein in der Oberlausitz in der Textil- und Bekleidungsindustrie tätig. Auch private Initiativen helfen dabei das textile Handwerk zu erhalten oder neu zu beleben.

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